Norbert Gronau – Club der KM-Visionäre – Folge #3

Wissensmanagement und Informationstechnologie sind seit jeher eng verbunden. Vielfach wird Wissensmanagement durch die Technik erst wirtschaftlich möglich. Trotzdem darf Wissensmanagement nicht als technische Aufgabe betrachtet werden. Es müssen stets alle drei Dimensionen betrachtet werden: Prozesse, in denen die Wertschöpfung realisiert wird, Menschen als Träger von typischerweise personengebundenem Wissen und Technik, die Hilfsmittel für den Umgang mit Informationen und Wissen zur Verfügung stellt.

Prof. Dr.-Ing. Norbert Gronau

Hintergrund Norbert Gronau

Norbert Gronau studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaftslehre an der technischen Universität Berlin. Er promovierte über die Konzeption eines strategieorientierten Führungsinformationssystems zur Entscheidungsunterstützung des Produktionsmanagements und habilitierte sich mit dem Thema „Nachhaltige Architekturen industrieller Informationssysteme bei organisatorischem Wandel“. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government an der Universität Potsdam. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Betriebliches Wissensmanagement und wandlungsfähige ERP-Systeme. Zudem ist er wissenschaftlicher Leiter des am Potsdamer Lehrstuhls angesiedelten Center for Enterprise Research (CER).

Club-Qualifikation

Für uns ist Norbert Gronau ein Wissensmanagement-Visionär, weil er auf wichtigen WM-Konferenzen referiert und eine Vielzahl an Publikationen im Bereich WM veröffentlicht hat. Zudem ist er Lehrbeauftragter an der Stellenbosch University (Republic of South Africa) für Knowledge Management.

Visionen – Thesen über Wissensmanagement-Trends

  1. Derzeit ist noch keine typische organisatorische Zuordnung von Aufgaben des Wissensmanagements in der Aufbauorganisation erkennbar.
  2. Kompetenz und Erfahrung von Menschen ist nicht durch Einsatz rechnergestützter Systeme zu ersetzen. Noch können diese die notwendige Kreativität und Intuition nicht liefern.
  3. Im interorganisationalen Bereich haben sich die Themen Sicherheit der Information und Schutz vor Diebstahl intellektuellen Eigentums als wesentliche Treiber des Wandels bemerkbar gemacht. Die Sicherung des intellektuellen Kapitals wird zur Aufgabe des Wissensmanagements.
  4. Mit der zunehmenden Verbreitung von Social Media im Privatleben wie auch in der unternehmensinternen und -externen Nutzung wird es mehr Versuche mit Web2.0-Technologien und Ansätzen geben und die Unsicherheit über Social Media-Nutzung in Unternehmen abnehmen.
  5. Die Bandbreite der Nachfrage nach Wissensmanagement wird deutlich größer. Immer mehr Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen wird klar, dass das Wissen ihrer Mitarbeiter ein zentrales Element zur Differenzierung im Wettbewerb darstellt und der Schlüssel zum erfolgreichen Wandel ist.
  6. Für den Austausch von Wissen zwischen den Trägern personengebundenen Wissens wird es zukünftig geeignete Konversations- und Transformationsformen und organisatorisch unterstützte Räume bzw. Zeiten geben müssen.
  7. Wandlungsdruck und Nachfrage der Mitarbeiter erzeugen neue Anforderungen an die IT. Ist die IT unzureichend, droht der Wettbewerb um die Wissensträger zu misslingen.

Zusammengestellt nach: Herausforderungen und Trends im Wissensmanagement (KnowTech 2011 – Keynote).

Referenzen und Veröffentlichungen

Konferenzen

Internet

Website: Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government

Publikationen

Über den Club der KM-Visionäre

Siehe auch Wissensmanagement-Visionäre: Trends und Strategien

Der Club der KM-Visionäre ist eine von der Community of Knowledge herausgegebene Reihe von Artikeln, die von Wissensmanagement-Experten der Pumacy Technologies AG verfasst werden. In dieser Reihe stellen wir Persönlichkeiten aus dem Feld Wissensmanagement vor, die mit Beiträgen auf Konferenzen, besonderen Publikationen oder Aktivitäten im Internet aufgefallen sind.

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