Wissenstransfer in der Forschung und in der Pflege

Hippokrates-Statue von Kos

Hippokrates-Statue von Kos (Quelle: Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

Das Thema Wissenstransfer wird in verschiedenen Branchen unterschiedlich intensiv angegangen und wenn es ein Thema ist gibt es häufig branchentypische Problemfelder. Ich freue mich in diesem Monat 2 hochkarätige Papers auf unsere Seite zu haben, die theoretisch fundiert Praxistipps für 2 spezielle Branchen geben: der Forschung in den Sozial- und Raumwissenschaften und der Pflegedienstleistung. In beiden Fällen geben die AutorInnen konkrete Handlungsempfehlungen.

Wie ich jetzt gelernt habe, leidet die Sozialwissenschaft darunter, dass sie zwar Wissen für die Gesellschaft entwickelt und weitergibt, dies jedoch nicht bemerkt wird. Gleichzeitig wurde der Wissenstransfer sowohl in der Forschung untereinander als auch nach außen bislang nicht thematisiert. Und so leisten die insgesamt 6 Autoren Pionierarbeit. Sie definieren zunächst den Begriff des Wissenstransfers vor dem Hintergrund der speziellen Problemstellung. Dann untersuchen die AutorInnen die Bedingungen für einen erfolgreichen Wissenstransfer. Gut finde ich vor allem, dass sie auch die allgemeinen Rahmenbedingungen der Forschung und speziell der Kultur innerhalb de Sozialwissenschaften mit einbeziehen. So ergeben sich auch Handlungsempfehlungen, die zunächst scheinbar nichts mit Wissenstransfer zu tun haben, diesen aber indirekt beeinflussen. „Die Handlungsempfehlungen wurden vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Leibniz-Institut für Länderkunde entwickelt. In einem zweiten Schritt wurden sie mit Forschungseinrichtungen der Sozial- und Raumwissenschaften sowie Akteuren aus Wissenschaftspolitik und Praxis diskutiert und validiert. Sie sprechen insbesondere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (AUF), Forschende sowie Akteure aus Wissenschaftspolitik (Wissenschaftsorganisationen, Fördergeber und Fachverbände) und Praxis an und sind über die Sozialwissenschaften hinaus für andere Disziplinen von Bedeutung.“

zum Beitrag Wissenschaftliche Güte und gesellschaftliche Relevanz der Sozial- und Raumwissenschaften: ein spannungsreiches Verhältnis

Im Handbuch PflegeWISSEN ist im Fluss richtet sich Frau Annette Hexelschneider, die auf der Community of Knowledge auch schon das Handbuch „Erfahrungswissen leicht und nutzbar im Berufsalltag transferieren“ veröffentlicht hat, gemeinsam mit Frau Heidemarie Staflinger an die Pflegebranche. Die hohen Anforderungen hinsichtlich des Know-hows in der Pflege bei gleichzeitig sehr knappem Budget und hoher Personalfluktuation macht es gerade in dieser Branche notwendig, einen reibungslosen Wissenstransfer sicherzustellen. Die vorgestellten Methoden sind aber überall anwendbar.

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